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Kölns Trainer Friedhelm Funkel will den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Daniel Karmann/dpa)
Kölns Trainer Friedhelm Funkel will den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Daniel Karmann/dpa)
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Kölns Aufstiegsfinale: Funkels Ruhe gegen den Lemperle-Lärm

On 17. Mai 202517. Mai 2025

Ein Punkt reicht für die ersehnte Bundesliga-Rückkehr und unter Interimstrainer Friedhelm Funkel ist beim 1. FC Köln nach dem Last-Minute-Sieg in Nürnberg wieder so etwas wie Aufstiegseuphorie entflammt. Doch kurz vor dem Showdown stört der Party-Wirbel um Stürmer Tim Lemperle die positive Stimmung – etwas, was Funkel gar nicht gebrauchen kann. Denn am Sonntag zählt gegen den 1. FC Kaiserslautern (15.30 Uhr/Sky) nur der Aufstieg. 

Der Vorfall werde keinen Einfluss auf das Spiel haben, versicherte Funkel. «Es gab Schlagzeilen, dass der Aufstieg dadurch gefährdet ist. Mitnichten. Das hat auf das Spiel und die Leistung am Sonntag überhaupt keinen Einfluss», betonte Funkel auf der Pressekonferenz vor dem Endspiel gegen den FCK. Ausgerechnet jener Club, den Funkel im Vorjahr zum zwischenzeitlich stark gefährdeten Klassenverbleib führte und ins DFB-Pokalfinale coachte. 

Einsatz von Lemperle offen 

Ob Lemperle, mit zehn Saisontreffern neben Damion Downs erfolgreichster Torjäger der Kölner, zum Einsatz kommt, ist offen – allerdings nicht aus disziplinarischen, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Der 23-Jährige war am Sonntagabend auf einem Partyschiff auf dem Rhein stark alkoholisiert in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt und verletzt worden. Unabhängig von dem Vorfall schleppt sich Lemperle, der in der kommenden Saison wohl zur TSG 1899 Hoffenheim wechselt, mit Knieproblemen herum. 

«Tim hat heute das erste Mal ein bisschen mit der Mannschaft trainiert. Er hat noch leichte Probleme am Knie, da warten wir die Reaktion morgen ab und entscheiden dann, ob er dabei ist oder nicht», sagte Funkel. «Moralisch ist das kein Problem für mich, Tim Spielzeit zu geben.» 

Lemperle habe «große Reue» gezeigt, daher müsse man einen Schlussstrich ziehen. Auf die Frage, ob die Entscheidung mit dem Verein getroffen wurde, der sich bisher nicht weiter zum Vorfall äußern wollte, sagte Funkel: «Die sportlichen Entscheidungen treffe ich.» 

Siebter Bundesliga-Aufstieg für FC und für Funkel möglich

Doch nicht erst seit dem Vorfall um Lemperle herrscht Unruhe in Köln. Weil sie die Bundesliga-Rückkehr in Gefahr sahen, trennten sich die Club-Verantwortlichen kurz vor Saisonende von Coach Gerhard Struber sowie Sportgeschäftsführer Christian Keller. Zwei Spieltage vor Schluss übernahm Routinier Funkel bereits zum dritten Mal beim FC. Er soll den Verein zum siebten Bundesliga-Aufstieg führen – es wäre auch sein persönlicher siebter als Trainer.

Ein Jahr nach dem Abstieg, der erheblich erschwert wurde durch eine Transfersperre, kann der FC wieder in die Bundesliga zurückkehren. Gegen Kaiserslautern reicht ein Punkt. Doch die SV Elversberg, der SC Paderborn und auch Fortuna Düsseldorf sowie Gegner Kaiserslautern können sich vor dem großen Finale noch konkrete Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Im schlimmsten Fall droht dem FC Platz vier – und das Ende aller Aufstiegsträume. «Ich bin davon überzeugt, dass wir keine Schützenhilfe brauchen. Wir schaffen das aus eigener Kraft», sagte Funkel optimistisch. 

Funkels Erfahrung als Trumpf

Inmitten der Unruhe tut es gut, dass mit dem 71-jährigen Funkel ein erfahrener Coach auf der Bank sitzt, den so leicht nichts aus der Ruhe zu bringen scheint und der wohl fast alles schon einmal erlebt hat. «Einerseits gehe ich gelassen damit um, es ist aber auch ein tolles Gefühl. Und vielleicht ein klein wenig Bürde. Aber das sind keine zentnerschweren Rucksäcke, sondern ich kann gut damit umgehen», sagte Funkel über die Erwartungen an ihn. 

Doch worauf kommt es für den FC in der alles entscheidenden Phase nun an? «Die Ruhe bewahren, Selbstbewusstsein ausstrahlen, der Mannschaft vertrauen und auch eine gewisse Lockerheit reinbringen», erklärte Funkel. «Man darf nicht zu sehr verkrampfen.» Diese Einstellung könnte beim 1. FC Köln zum Schlüssel werden – am Ende einer merkwürdig chaotischen, aber vielleicht doch noch versöhnlichen Saison.

Von Jana Glose, dpa
In 2. Bundesliga NewsIn 1. FC Köln , 2. Bundesliga , 2. Fußball-Bundesliga

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