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FIFA-Chef Gianni Infantino macht ein Selfie mit den Regierungschefs der drei WM-Gastgeber. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Evan Vucci/AP/dpa)
FIFA-Chef Gianni Infantino macht ein Selfie mit den Regierungschefs der drei WM-Gastgeber. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Evan Vucci/AP/dpa)
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Die Unterwerfung des Fußballs: Infantinos Trump-Falle

On 8. Dezember 2025

Gianni Infantino tat so, als sei nichts geschehen. Keine als megapeinlich kritisierte Anbiederung an Donald Trump oder wie es in englischen Medien gar zu lesen war, keine «Speichelleckerei» in Richtung des US-Präsidenten und neuen FIFA-Friedenspreisträgers. Im Kreise der Fußball-Legenden Ronaldo und Francesco Totti war der FIFA-Boss bei der Präsentation des WM-Spielplans am Tag nach der Auslosung wieder in seinem Element. 

Stolz streichelte der Schweizer den WM-Pokal. Er war für diesen kurzen Moment wieder der weltweite Hausherr des Fußballs. Die Rolle, die er für sich reklamiert und die ihm US-Präsident Donald Trump am Vorabend bei der Gruppenauslosung auf bizarre Weise abgenommen hatte. Abnehmen durfte, mit Billigung von Infantino.

Selfie mit Staatschef als Statisten

Das Hofieren gipfelte in einem Selfie-Moment mit Trump und Kanadas Premier Mark Carney und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. Letztere wirkten eher wie akzeptierte Statisten. Die Glitzer-Glamour-Loseshow von Washington wird in die WM-Geschichte eingehen als Moment, in dem sich der Fußball der Politik in nicht gekannter Weise an den Hals warf. 

«Gianni Infantinos erniedrigendes Verhalten vor Donald Trump ist ein neuer Tiefpunkt. Der FIFA-Präsident hat in der Vergangenheit zwar schon so manchen Unsinn im Namen der Redekunst von sich gegeben, aber das hier war etwas ganz anderes», schrieb der englische «The Telegraph».

Es sei für die Ausrichtung einer WM «unerlässlich» eng mit den Regierungen der Gastgeber zusammenzuarbeiten, teilte die FIFA der «Bild» mit. Infantino pflege ein «enges Verhältnis» zu Trump und den Regierungschefs von Kanada und Mexiko. 

«Mirror»: «Düstere Zurschaustellung politischer Speichelleckerei»

Die Ironie der Gala ist, dass medial nicht Trump als moralischer Verlierer angesehen wurde, sondern Infantino. Vom US-Präsidenten ist der kritische Teil der Welt jede Form der Aggressionen und Absurditäten mittlerweile gewohnt. In den USA selbst wurde der Auftritt als vergleichsweise harmlos, fast schon langweilig wahrgenommen. Trump attackierte niemanden. Er genoss einfach. 

Alle Häme ergoss sich über Infantino. «Was eigentlich eine Feier des schönen Spiels bei der Auslosung der WM hätte sein sollen, artete stattdessen in eine düstere Zurschaustellung politischer Speichelleckerei eines Mannes aus», schrieb die englische Zeitung «The Mirror». 

Die Vergabe des neuen FIFA-Friedenspreises an Trump hat die Debatte über den richtigen Umgang mit der Politik auf jeden Fall angeheizt. Der Fußball, das wissen jetzt alle, hat sich bis zum WM-Finale am 19. Juli 2026 Trump unterworfen – scheinbar bedingungslos.

Norwegens stets kritische Verbandspräsidentin Lise Klaveness äußerte sich nach der Gala zumindest warnend. «Heute kann ich das Ganze nicht ganz ernst nehmen. Wir müssen vorsichtig sein, uns zurückhalten und dafür arbeiten, dass die FIFA sich dem Fußball widmet und nicht diesem Thema», sagte sie. 

Der deutsche Blick

Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde mit dem Trump-Wirbel konfrontiert und äußerte sich auf Nachfrage zum Friedenspreis so: «Für mich ist wichtig, dass mit so einem Preis verbunden ist, dass man sich für die Zukunft für den Frieden auf der Welt einsetzt. Er ist der einflussreichste Mann der Welt.»

DFB-Chef Bernd Neuendorf, der wie Klaveness auch im von Infantino angeführten FIFA-Council sitzt, sah keinen Anlass für Kritik an der Vergabe und der großen Show. Der DFB-Chef hob die Verdienste Trumps um eine Beendigung des Gaza-Krieges hervor. Deutschland als Infantino-Kritiker, die Zeiten sind lange vorbei. 

Doch warum agieren die Fußball-Bosse so? Infantinos Handeln ist gewissermaßen alternativlos, wenn er sein WM-Milliardenprojekt vor möglichen Sanktionen des US-Präsidenten bewahren will. Der FIFA-Chef müsse «gute Beziehungen zu den Regierungschefs der Gastgeberländer pflegen, um eine erfolgreiche Veranstaltung für alle Beteiligten zu gewährleisten», hieß es vom Weltverband.

Trumps Daumen muss oben bleiben 

Senkt Trump und sei es aus einer Laune heraus seinen Daumen der Gunst, könnte die WM zum Desaster werden. Auch mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin und dem Emir von Katar pflegte Infantino als WM-Gastgeber 2018 und 2022 enge Bande. Der Zweck heiligt im Fußball-Business die allermeisten Mittel. Kurz vor der Auslosung war Trump bereits von seiner Drohung, demokratisch geführten Städten Spiele der Fußball-WM entziehen zu wollen, abgerückt.

Fast schon ein Treppenwitz der FIFA-Historie ist, dass nun der 2015 über ein Skandal-Geflecht gestürzte Infantino-Vorgänger Joseph Blatter als moralische Instanz befragt wird. «Mein Nachfolger, ich weiß wirklich nicht, ob es Trump oder Infantino ist», sagte der 89-Jährige dem britischen «Telegraph».

Infantino liebt bekanntlich das Rampenlicht, er liebt es auch, von mächtigen Menschen umgeben zu sein. Blatter beschreibt es so: «Er ist verschwunden. Er ist in einer anderen Sphäre. Ich denke, er ist schon in der Sphäre, dass er morgen den Fußball in der Stratosphäre organisieren will», sagte Blatter, der vor der WM 2014 selbst von «interplanetarischen Wettbewerben» als Ziel fantasierte. 

Blatter sieht Feigheit

Blatter wirft den Mitgliedsnationen des Weltverbands, in dessen Statuten grundsätzlich politische Neutralität verankert ist, Feigheit vor. «Wir haben 211 nationale Verbände und es gibt nicht einen, der sich der Arbeit des Präsidenten widersetzt.» Das war bis zu seinem Sturz auch nicht grundlegend anders, aber rückblickend wird diese Zeit verklärt. Blatter hielt Gegenwind, wenn er kam, lange Stand. Bei Infantino blasen alle mit ihm in die gleiche Richtung.

Die FIFA ehrte Trump für sein Bemühen um Frieden in der Welt und nannte Konflikte, die der US-Präsident für sich reklamiert, als Vermittler gelöst zu haben. Trump hatte in den vergangenen Monaten mit dem Friedensnobelpreis geliebäugelt und brachte sich als aus seiner Sicht würdigen Preisträger immer wieder ins Spiel – er kam aber nicht zum Zug. Infantino bedauerte das. Auch Blatter wollte den Friedensnobelpreis, aber nicht für einen Staatschef, sondern für den Fußball, also für sich selbst. 

Bei Trumps Auftritt auf dem WM-Event stach noch ein Moment besonders hervor: Er legte sich auf der Bühne eine Medaille, die ihm überreicht wurde, direkt selbst um den Hals. «Der US-Präsident war der unbestrittene Star der Auslosung. Er wirkte wie ein Baby bei einer Taufe, eine Frau bei einer Hochzeit und ein Toter bei einer Beerdigung», schrieb die spanische Zeitung «Marca». «Es ist „seine“ Weltmeisterschaft.» Nicht die von Infantino.

Arne Richter, Anna Ringle und Florian Lütticke, dpa
In Nationalmannschaft NewsIn Auslosung , DFB , FIFA , Krieg , Nationalmannschaft , WM

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