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Thomas Müller sagte seinen Fans wiederholt Danke. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Thomas Müller sagte seinen Fans wiederholt Danke. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
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Kanada-Abenteuer: Bayern-Ikone Müller künftig in Vancouver

On 7. August 20257. August 2025

Thomas Müller setzt seine große Fußball-Karriere mit einem Auslandsabenteuer in Kanada fort. Nachdem der Vertrag in München nicht verlängert worden war, entschied sich der 35-Jährige nach einigen Wochen Bedenkzeit zu einem Wechsel in die nordamerikanische Profiliga Major League Soccer (MLS). Die Vancouver Whitecaps sind Müller neues Team. An der kanadischen Westküste erhält er einen Vertrag bis Ende der Saison mit einer Option für eine weitere.

«Whitecaps – let’s make history», sagte Müller in einem Video, das er im Internet veröffentlichte und ihn beim Auspacken seines neuen Trikots zeigt. Dazu schrieb er: «Es ist vollbracht.» Der FC Bayern verabschiedete ihn auf der Plattform X mit den Worten: «Wir wünschen dir alles Gute, Legende!» In einer Mitteilung des neuen Vereins sagte Müller: «Ich freue mich darauf, nach Vancouver zu kommen und diesem Team zu helfen, die Meisterschaft zu gewinnen.» Er habe viel Gutes über die Stadt gehört, komme in erster Linie aber, um Siege zu feiern.

«Thomas ist ein Weltklasse-Spieler – der ultimative Raumdeuter – bekannt für seine herausragende Chancenverwertung, sein unübertroffenes Raumverständnis und seine unermüdlichen Bewegungen ohne Ball», sagte der Whitecaps-Vorstandvorsitzende Axel Schuster in einer Mitteilung.

Begrüßung durch Reus

Müller sei «ein geborener Anführer, dessen Leidenschaft für das Spiel ansteckend ist. Dies ist eine bedeutende Verpflichtung unseres Vereins und unserer Eigentümer – ein transformativer Moment für unseren Verein und unsere Stadt.»

Begrüßt wurde Müller von seinem ehemaligen Nationalmannschafts-Kameraden Marco Reus. «Hallo Thomas, Ich bin es, Marco. Ich wollte erstmal sagen: Herzlichen Glückwunsch und herzlich willkommen in der MLS«, sagte Reus in einem Video seines Vereins LA Galaxy: «Ich hoffe, du wirst sehr viel Spaß haben. Wenn du was brauchst, sag Bescheid.» 

Von Bayern hinter die Rocky Mountains

Nach einem Vierteljahrhundert beim FC Bayern will der Weltmeister von 2014 hinter den Rocky Mountains noch einmal etwas Neues erleben. In Übersee spielt Müller künftig unter anderem gegen den Ex-Dortmunder Marco Reus, der seine Karriere bei Los Angeles Galaxy ausklingen lässt. Beide Teams starten in der Western Conference der MLS. Duelle mit Weltstar Lionel Messi, der mit Inter Miami in der Eastern Conference antritt, sind ebenfalls möglich.

In der Tabelle der Western Conference gehört Vancouver zur Spitzengruppe – die Teilnahme an den Playoffs ist sehr wahrscheinlich für die Mannschaft, die vom ehemaligen Bundesliga-Manager Axel Schuster (Schalke 04 und Mainz 05) zusammengestellt ist. 

Einen Wechsel nach Kanada, das 2026 gemeinsam mit Mexiko und den USA die WM ausrichtet, hatte Müller selbst zuletzt schon angedeutet. Zunächst bestätigte er, dass die Fußballer-Rente noch warten müsse. In einem Video kündigte er dann an, «übern großen Teich» zu gehen. In dem Clip sitzt Müller mit seinem Vater Gerhard und seinem Bruder Simon auf drei Klappstühlen an der Isar. «25 Jahre FCB. Schee war’s jeden Tag. Auch wenn es jetzt vorbei ist», sagt er.

«Es war eine unglaubliche Reise»

Nach fast einem Vierteljahrhundert beim FC Bayern geht die von Rekorden und Titeln geprägte Laufbahn Müllers also weiter, auch wenn eine Ära in München endete. Müller war seit dem 1. Juli 2000 bei den Bayern – solch eine lange Zeit ist auf diesem Level eine Rarität. Die großen Triumphe machen Müller zudem zu einem der erfolgreichsten deutschen Fußballer überhaupt.

«Es war eine unglaubliche Reise, geprägt von einzigartigen Erlebnissen, großartigen Begegnungen und unvergesslichen Triumphen», hatte der zweimalige Triple-Gewinner schon beim angekündigten Ende seiner Bayern-Zeit Anfang April erklärt. Zuletzt hielt er sich noch als Trainingsgast an der Säbener Straße fit.

Der Schritt nach Nordamerika bietet ihm die Chance, noch einmal etwas Neues kennenzulernen. Auch der von den Bayern-Fans als «Fußballgott» gefeierte Bastian Schweinsteiger beendete einst seine Karriere in der MLS bei Chicago Fire. 

Wiedersehen mit alten Bekannten

Zu den größeren Namen derzeit zählen neben Messi (Miami) und Reus (Los Angeles Galaxy) auch Luis Suárez, Sergio Busquets und Jordi Alba (alle Inter Miami) sowie der ehemalige französische Nationaltorwart Hugo Lloris (Los Angeles FC). 

In vielen Partien wird Müller zudem auf Landsleute treffen. Der Berliner Hany Mukhtar zählt zu den besten Spielern der Liga, war für Nashville SC vor zwei Jahren Torschützenkönig und wurde zum wertvollsten Profi der Major League Soccer gewählt. Timo Baumgartl und Marcel Hartel zählen zum großen deutschsprachigen Kontingent bei St. Louis City SC, dem als Schweizer auch der ehemalige BVB-Keeper Roman Bürki angehört. Bei Philadelphia Union ist Verteidiger Kai Wagner Stammkraft, Erik Thommy kickt seit drei Jahren für Sporting Kansas City. 

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Müller spielte außer für den FC Bayern bislang nur als Kind für den TSV Pähl. Ellenlang ist die Liste seiner Rekordzahlen. Der Offensivstar ist nicht nur eine Club-, sondern auch eine Bundesliga-Ikone. Müller ist der erste Spieler, der 350 Bundesliga-Siege bejubelt hat.

Durch seine insgesamt 756 Pflichtspiele für den FC Bayern ist er der Rekordspieler des Clubs. 13 deutsche Meisterschaften und sechs Pokalsiege sind hinter den zwei Champions-League-Triumphen besondere Titel-Marken.

Müller soll über Karriere hinaus im Verein bleiben

Der FC Bayern hofft, auf den 131-maligen Nationalspieler über das Karriereende hinaus bauen zu können. Etliche Funktionäre und praktisch alle Fans wünschen sich, dass Müller irgendwann wieder an die Säbener Straße zurückkehrt, am besten in leitender Funktion im Profi-Management oder im Kernverein.

Die Störgeräusche um seine nicht verlängerte Bayern-Laufbahn hat Müller bereits hinter sich gelassen. «Zwischen mir und dem Club bleibt nichts Negatives hängen», hatte Müller erklärt. «Man muss sich nicht immer einig sein im Leben, um trotzdem voll auf einer Welle zu reiten. Wir haben gemeinsame Ziele und gemeinsame Interessen.»

Von Christian Kunz, Manuel Schwarz und Maximilian Haupt, dpa
In International NewsIn Bundesliga , FC Bayern München , Fußball-Bundesliga , MLS , Transfers

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