Manchester Uniteds Mitbesitzer Jim Ratcliffe hat mit als migrationskritisch verstandenen Aussagen in Großbritannien für Aufsehen gesorgt. In einem Interview des Senders Sky News sagte der 73 Jahre alte Multimilliardär, das Vereinigte Königreich sei von Migranten «kolonisiert» worden. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Aussage als «beleidigend und falsch».
Ratcliffe «sollte sich entschuldigen», schrieb Starmer auf der Plattform X. Der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, teilte mit, die Äußerungen «widersprechen allem», wofür Manchester traditionell stehe. Es sei ein Ort, «an dem Menschen aller Hautfarben und Glaubensrichtungen über Jahrhunderte hinweg zusammengehalten haben».
Deutliche Kritik übten auch verschiedenen Fanorganisationen. «Kommentare aus der Führungsebene des Vereins sollten Inklusion erleichtern und nicht erschweren», schrieb die Gruppe Manchester United Supporters Trust. Der Manchester United Muslim Supporters Club schrieb auf der Plattform Instagram, Ratcliffe verwende eine Wortwahl, «die häufig in rechtsextremen Narrativen verwendet wird».
Ratcliffe hatte in dem Interview ausgeführt, es könne keine funktionierende Wirtschaft geben, wenn Millionen Menschen Sozialleistungen bezögen und eine große Zahl von Migranten in das Land komme. Das koste Geld. «Das Vereinigte Königreich ist doch von Einwanderern kolonisiert worden, oder etwa nicht?», sagte der Vorstandschef des Chemiekonzerns Ineos. Die von Ratcliffe in diesem Zusammenhang genannten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung im Vereinigten Königreich – er sprach von einem starken Anstieg – wurden von mehreren Medien mit Verweis auf offizielle Statistiken widerlegt.
