Verletzungsschock um Benedict Hollerbach weggesteckt, vorläufig aus der Abstiegszone geklettert: Der FSV Mainz 05 hat bei RB Leipzig überraschend 2:1 (1:1) gewonnen und dem Champions-League-Aspiranten den nächsten Rückschlag gegen einen Abstiegskandidaten verpasst. Zumal Mainz eine womöglich schwere Verletzung von Hollerbach hinnehmen musste, der in der Anfangsphase vom Platz getragen worden war.
Conrad Harder (40.) köpfte Leipzig in Führung, Nadiem Amiri (45.+6) gelang per Foulelfmeter der Ausgleich. Der für Hollerbach eingewechselte Silas (49.) traf sehenswert für die Gäste und drehte das Spiel. Vor 35.487 Fans kletterte Mainz mit dem Sieg vorläufig aus der Abstiegszone, Leipzig erhielt im Rennen um die Königsklasse den nächsten Dämpfer. Seit Januar 2022 sind die Sachsen nun schon ohne Heimsieg gegen Mainz.
Hollerbach sackt zusammen
Nach weitgehend ereignislosen zehn Minuten wurde es plötzlich still im Stadion. Hollerbach sackte ohne Gegnereinwirkung plötzlich zusammen, griff sich an den rechten Unterschenkel und schrie vor Schmerzen. Nach minutenlanger Behandlungspause wurde der Stürmer vom Platz getragen. Eine längere Ausfallzeit ist zumindest zu befürchten.
Leipzig musste gegen Mainz auf seinen wettbewerbsübergreifenden Top-Scorer Christoph Baumgartner wegen einer Gelbsperre verzichten. Für den Österreicher stellt Trainer Ole Werner Harder in die Startformation, Mittelstürmer Romulo agierte hinter dem Dänen als hängende Spitze.
Harder (28.) hatte nach fast einer halben Stunde den ersten Leipziger Abschluss, sein Kopfball war jedoch zu harmlos. Dann gewann die Partie an Fahrt – und Aufregung. Zunächst köpfte Harder nach Flanke von Antonio Nusa die Leipziger in Führung. Tief in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ging Phillip Tietz nach einem Zweikampf mit David Raum im Strafraum zu Fall.
Erst Amiri, dann Silas
Schiedsrichter Daniel Schlager entschied sofort auf Elfmeter. Raum hatte bereits am Dienstag einen Strafstoß beim FC St. Pauli verursacht, der zum 1:1-Endstand geführt hatte. Nach Ansicht der TV-Bilder war Schlagers Pfiff nun eine harte Entscheidung, da Tietz Raum zuerst traf. Doch der Referee entschied sich gegen ein Studium der Zeitlupe, Amiri traf souverän zum Ausgleich.
Nach dem Wechsel blieb Mainz direkt am Drücker. Silas dribbelte sich einmal durch die Leipziger Abwehr und drehte das Spiel. Zu diesem Zeitpunkt war das durchaus nicht unverdient, zumal Leipzigs Verteidiger bei dem Tor überhaupt nicht gut aussahen. Für Leipzig war dies zunächst ein Wirkungstreffer, in der Folge gelang der Mannschaft zunächst kaum noch etwas.
Werner reagierte und brachte Benjamin Henrichs und Ezechiel Banzuzi. Leipzig fing sich, doch Romulo (62.) traf nach flacher Hereingabe von Yan Diomande nur den Pfosten. Harders (71.) Chance wurde in höchster Not noch zur Ecke geklärt. Auf der anderen Seite verhinderte Peter Gulacsi gegen Kaishu Sano (74.) die Vorentscheidung.
