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Bryan Lasme (r) schoss Schalke zum Sieg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)
Bryan Lasme (r) schoss Schalke zum Sieg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)
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Spitzenreiter ganz bescheiden: Schalke und die «Demut»

On 29. November 202529. November 2025

Youri Mulder ließ sich nicht locken. «Das Wort nehme ich nicht in den Mund», sagte der Schalker Sportdirektor nach dem 2:1 im Zweitliga-Topspiel gegen den SC Paderborn. Das «Wort» heißt Aufstiegskandidat. Als Tabellenführer ist Schalke natürlich einer. Das wissen auch die Spieler und Verantwortlichen. Dass sie trotzdem nicht davon reden, ist in gewisser Weise typisch für den neuen Stil des Revierclubs.

«Es ist schön, jetzt auf dem ersten Tabellenplatz zu sein. Aber ich glaube, Demut tut uns ganz gut», sagte Kapitän Kenan Karaman, der gegen den vorherigen Spitzenreiter Paderborn als Torschütze und Vorbereiter glänzte. «Es ist eine lange Saison. Wir wissen halt auch, wo wir herkommen.»

Grätschen werden wie Tore gefeiert

Schalke kommt aus Krisenjahren. Nach dem Bundesliga-Abstieg 2023 spielte der stolze Revierclub quasi zwei Jahre gegen den Abstieg in die 3. Liga. Schalke fand nicht den richtigen Trainer, wurde teils von den eigenen Fans mit Hohn und Spott überschüttet.

All das ist nicht nur bei den Spielern unvergessen und sorgt für eine gewisse Bescheidenheit. Auch die Fans hat das Erlebte geprägt. Umso mehr wissen sie den aktuellen Erfolg und die neue Spielweise unter Coach Miron Muslic zu schätzen.

Schalke glänzt nicht jede Woche. Schalke spielt nicht den technisch anspruchsvollsten und schönsten Fußball. Schalke rennt und kämpft aber um jeden Ball.

Als die Gelsenkirchener den knappen Vorsprung gegen Paderborn in der Schlussphase über die Zeit bringen wollten, feierten sie Grätschen und herausgeholte Einwürfe wie Tore. Auch Muslic jubelte an der Seitenlinie über gelungene Verteidigungsaktionen. Das kommt an. «Die finden es halt fast schon geiler, wenn sie einen weggrätschen, als wenn sie ein Tor machen», sagte Mittelfeldmann Ron Schallenberg über seine Abwehrkollegen.

Schalke lässt sich von Rückstand nicht aus dem Konzept bringen

Schalke ist wieder eine Einheit. Das sieht man nach den Spielen, wenn Spieler und Trainer Arm in Arm vor der Kurve feiern und die Lieder der Fans mitsingen. Das sieht man aber auch in schwierigen Momenten.

«Nach dem 1:0 für Paderborn ist es nochmal lauter geworden, was schon ein Unterschied ist zu den letzten Jahren. Weil halt unsere Art und Weise dazu führt, dass die Fans das honorieren. Das ist cool», beschrieb Schallenberg. Durch Tore von Karaman und Joker Bryan Lasme drehte der Revierclub die Partie.

Karaman über Lasme: «Dann kann er eine Waffe für uns werden»

Der 27-Jährige gab nach langer Verletzungspause ein starkes Comeback. Die Partie habe perfekt auf das Profil Lasmes gepasst, erklärte Muslic bei Sky und zog einen besonderen Vergleich zu einer Schalker Sturm-Legende: «Weil wenn du diesen Speed hast, dieses Tempo, diese Physicality hast. Und dass er einen auf Raúl macht beim Abschluss…». Sehenswert hatte Lasme den Ball über Paderborns Torwart Dennis Seimen ins Tor gehoben.

«Wir haben ihn stark vermisst», sagte Muslic über den Matchwinner. Und Karaman erklärte: «Bryan ist ein wichtiger Spieler für uns. Er zeigt es immer wieder. Er muss nur fit bleiben. Das wünsche ich ihm. Das hoffe ich für ihn. Dann kann er eine Waffe für uns werden.»

Von Thomas Eßer, dpa
In NewsIn 2. Bundesliga , FC Schalke 04 , SC Paderborn

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