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Doppelpack für BVB-Stürmer Serhou Guirassy (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)
Doppelpack für BVB-Stürmer Serhou Guirassy (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)
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Guirassy trifft wieder – Schlotterbeck spricht vom Titel

On 1. Februar 2026

Nach dem glücklichen Sieg gegen den Abstiegskandidaten 1. FC Heidenheim hat Borussia Dortmund die Jagd auf den FC Bayern München eröffnet. «Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden. Es sind sechs Punkte, wir wollen jetzt angreifen. Wir probieren, da zu sein. Vielleicht fangen die Bayern jetzt an, nochmal zu überlegen», sagte Nationalspieler Nico Schlotterbeck nach dem 3:2 (1:1)-Erfolg gegen den Tabellenletzten, der zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung lag. 

Ausgerechnet Krisen-Stürmer Serhou Guirassy hatte Borussia Dortmund zuvor mit einem Doppelpack neue Hoffnung im Meisterschaftsrennen der Fußball-Bundesliga gegeben. Der seit Wochen formschwache Guirassy drehte dabei mit einem Doppelschlag (68. Minute/Handelfmeter, 70.) das Spiel, verschoss indes auch einen weiteren Foulelfmeter (85.). Zuvor hatte sich zunächst Schlotterbeck den Ball zum Strafstoß geschnappt, dann aber den Ball an Guirassy weitergereicht und das Publikum ermuntert, Guirassy anzufeuern.

«Ich habe Serhou gefragt, ob er schießen will und er hat ja gesagt», erklärte der BVB-Abwehrspieler die Szene vor dem 2:2-Ausgleich. Nur zwei Minuten nach dem verwandelten Elfmeter traf Guirassy zum 3:2-Siegtreffer. Waldemar Anton (44.) hatte Dortmund zuvor in Führung geschossen, Heidenheims Julian Niehues ebenfalls per Doppelpack (45.+5/48.) den Außenseiter aber von der großen Überraschung träumen lassen. 

Egal, wie: Dortmund nutzt Bayern-Patzer aus

Am Ende blieben die Gäste aber weiter seit zwei Monaten sieglos. Auf den Relegationsrang hat das Team von Trainer Frank Schmidt nun bereits fünf Punkte Rückstand. «Das ist ein scheiß Ergebnis für uns. Diese Niederlage haben wir nicht verdient. Das war glücklich für Dortmund. Der BVB kommt aus dem Nichts zurück. Wir haben in der zweiten Halbzeit lange dominiert. Ein 3:3 wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen», sagte Heidenheims Schmidt nach der Partie. 

Anders der BVB, der das Bundesligateam ist, das am längsten ungeschlagen ist. Mit 45 Punkten aus 20 Spielen stehen die Westfalen so gut da wie seit Jahren nicht. Zudem nutzten die Dortmunder die beiden Patzer von Tabellenführer München gegen Augsburg (1:2) und gegen den HSV (2:2) aus und verkürzten den Rückstand binnen einer Woche von elf auf sechs Zähler.

Trotz der sehr guten Tabellensituation der Dortmunder ließ das Spiel einmal mehr arg zu wünschen übrig. Im ersten Durchgang war es vor allem ein Hängen und Würgen, das die 81.365 Zuschauer zu sehen bekamen. Dortmund spielte ohne jeglichen Esprit gegen den Tabellenletzten. Ein Offensiv-Plan war kaum erkennbar. Die erste Chance des Spiels hatten sogar die biederen Gäste. Doch Eren Dinkci wirkte zu überrascht, als ihm der Ball nach knapp einer halben Stunde im Strafraum vor die Füße fiel. Die Leihgabe des SC Freiburg schob den Ball in die Arme von BVB-Keeper Gregor Kobel.

Lange Zeit schwaches BVB-Spiel

Auf der Gegenseite hatte Guirassy gut zehn Minuten später die große Möglichkeit, seine Torflaute zu beenden. Der Guineer lupfte den Ball indes an die Latte. Guirassy bekam trotz seiner anhaltenden Formkrise einmal mehr die Chance von Beginn an und war auch an der BVB-Führung beteiligt.

Den früheren Dortmunder Diant Ramaj im Heidenheimer Tor irritierte der Angreifer nach einer Ecke so sehr, dass dieser den Ball fallen ließ und Anton nur noch einschieben musste. Die ohnehin etwas glückliche Führung hatte bis zur Pause dennoch keinen Bestand. Der Heidenheimer Mathias Honsak trieb den Ball nach vorne und profitierte dabei auch von einer Verletzung von Filippo Mané, der das Laufduell abbrechen musste und in der Pause ausgewechselt wurde. Im Strafraum verwertete Niehues den Ball im zweiten Versuch und dabei im Fallen. 

Als Heidenheim in Führung ging, tobte das Stadion

Und nach dem Seitenwechsel kam es noch dicker. Erneut Niehues brachte den großen Außenseiter mit einem satten Weitschuss sogar in Führung. Die Quittung dafür war ein wütendes Pfeifkonzert, insbesondere der Fans auf der Südtribüne. Auffallend bei den Gastgebern war vor allem das weiter unsaubere Passspiel, das Kovac schon vor Wochen moniert hatte. 

Kovac reagierte auf den Rückschlag und wechselte Maximilian Beier und Carney Chuwuemeka ein. Die Angriffsbemühungen waren indes viel zu umständlich und teilweise zu eigensinnig. Die Pfiffe nahmen immer mehr zu und schlugen nach 67 Minuten aber Jubel um, nachdem Schiedsrichter Jöllenbeck nach Intervention des Videoschiedsrichters dem BVB nachträglich einen Handelfmeter zusprach. In Abwesenheit des erkrankten Kapitäns Emre Can trat Guirassy an und traf zum Ausgleich.

Dies schien den Angreifer, der zuvor erst einmal im neuen Jahr getroffen hatte, zu beflügeln. Direkt mit dem nächsten Angriff vollstreckte der 29-Jährige zur glücklichen Führung der Dortmunder, die erst danach befreiter aufspielten. Guirassy war es indes auch, der es in der Schlussphase verpasste, das Spiel per Foulelfmeter zu entscheiden und den Ball über das Tor jagte.

Von Carsten Lappe, dpa
In NewsIn 1. FC Heidenheim , Borussia Dortmund , Bundesliga

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