2. Bundesliga

Wagner in Hannover: «Wow, das hat schon eine Power»

Wagner in Hannover: «Wow, das hat schon eine Power»

Sachlich, geerdet, fast schon leise: So hat sich Sandro Wagner als neuer Trainer von Hannover 96 vorgestellt. Wer nach seiner Zeit beim FC Augsburg oder als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft einen bekannt selbstbewussten Auftritt des 38-Jährigen erwartet hatte, bekam den nicht. «Ich bin ein Arbeiter», war die Kernbotschaft seiner rund 40-minütigen Pressekonferenz mit einem zumindest für Zweitliga-Verhältnisse großen Medieninteresse. Konkret sprach Wagner über:

Die Gründe für seinen Wechsel zu Hannover 96

«Wenn man schaut: Hier sind immer über 40.000 Zuschauer. Das ist ein Traditionsverein. Da denkt man sich schon: Wow, das hat schon eine Power. Das Stadion ist cool. Die Stadt ist cool. Da denkt man sich dann: achtes Jahre zweite Liga? Warum? Wieso? Das könnte eigentlich auch ein Erstligist sein. Und dann setzt man sich damit auseinander. Und je mehr ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, desto mehr Lust hatte ich darauf, hier starten zu können. Alles, was ich aufsaugen konnte von außen, habe ich aufgesaugt.»

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Das große Ziel Bundesliga-Aufstieg

«Es muss die Ambition eines Vereins sein, sich zu verbessern. Wenn du in der dritten Liga bist, willst du in die zweite. Wenn du in der zweiten Liga bist, willst du in die erste. Das ist fast schon verpflichtend für Vereine, finde ich. Aber was mir auch ganz wichtig ist: Dass wir uns nicht zu sehr unter Druck setzen. Es ist das achte Jahr in der zweiten Liga. Hier haben schon sehr viele tolle Trainer gesessen. Die hatten wahrscheinlich auch große Ziele. Jetzt habe ich erst einmal Bock, mit den Jungs da drüben zu arbeiten und den Fans zu zeigen, dass es hier auch um harte Arbeit geht. Dann schauen wir mal, was passiert in den nächsten Wochen und Monaten.»

Seine Lehren aus der schnellen Trennung beim FC Augsburg:

«Ich bin ein Arbeiter. Und ich versuche mich immer zu reflektieren. Eine Reflexion ist für einen 38-Jährigen immer da. Es waren sicherlich Sachen in der Vergangenheit, die nicht gut waren. Es waren aber auch Sachen, die gut waren. Die letzten Monate habe ich versucht, bestmöglich für mich zu nutzen.»

«Für mich war wichtig: Was wird der nächste Schritt sein? Ich habe weniger geschaut: Welche Ligazugehörigkeit gibt es? Sondern ich habe geschaut: Wo glaubt man, etwas mitentwickeln zu können?» 

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«Für mich waren entscheidend: Die Menschen, mit denen ich arbeiten möchte. Das sind einmal die Zuschauer, die hier ins Stadion gehen. Ob ich da etwas mitnehmen und jemanden anzünden kann. Ob ich da hinpasse. Und dann waren mir natürlich die Menschen im Verein wichtig. Da habe ich ein tolles Gefühl. Ich habe hier mit Jonas Boldt (Sport-Geschäftsführer), mit Ralf Becker (Sportdirektor) einfach Leute, die dastehen wie eine Eins, die eine gewisse Erfahrung haben, die eine gewisse Ruhe haben, die mir einfach guttun als Partner.»

Über sein Image als selbstbewusster und manchmal vorlauter Typ:

«Für mich ist eigentlich nur ein Bild entscheidend: Und das ist das Bild, das der Mensch hat, mit dem ich interagiere und der mich kennt. Und wenn mich jemand nicht kennt, dann ist es okay, wenn er ein Bild hat. Das kann ich ihm ja nicht nehmen. Aber ich möchte, dass der, der mich kennt, ein schönes Bild von mir hat. Und ich glaube, da gab es in der Vergangenheit schöne Bilder. Weil ich eigentlich ein ganz normaler Mensch bin.»

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