Freiburg (dpa) –
Der Zusammenbruch von Bayern-Chefcoach Vincent Kompany geht auch Freiburgs Trainer Julian Schuster nahe. «Das nimmt man schon mit und macht sich auch Gedanken, und war natürlich auch Thema bei uns im Trainerteam und auch zu Hause», sagte Schuster nach dem 1:3 in der Fußball-Bundesliga gegen die Münchner. «Wir Trainer sind da nicht immer so sehr gut darin, auf uns selbst dann auch immer wieder zu achten, weil du natürlich auch diese Verantwortung hast.»
Kompany war am Freitag zusammengebrochen, als er nach dem Abschlusstraining der Profis für das Freiburg-Spiel noch beim Training der Bayern-Amateure zuschaute. Der Notarzt musste alarmiert werden. Ob der Zusammenbruch eine unmittelbare Folge eines Infekts war, ist offen. Wann Kompany zurückkehrt, ist ebenso unklar. Vorerst ersetzt Co-Trainer Aaron Danks (43) den Chefcoach an der Seitenlinie.
«Es sind wir auch selber, die das eben auch zulassen müssen»
«Ich hoffe, dass er für sich die Ruhe findet und auch selber die Zeit gibt», sagte der 41 Jahre alte Schuster, der den Münchnern ein in SC-Freiburg-Geschenkpapier eingewickeltes Päckchen («Kleinigkeit») für seinen ein Jahr jüngeren Kollegen mitgab. Der Fall Kompany könne «eine gewisse Chance» bieten, das Thema Gesundheit der Cheftrainer mehr in den Fokus zu rücken. «Es sind wir auch selber, die das eben auch zulassen müssen», sagte Schuster.
«Bei mir ist es auch so, dass ich bis zum heutigen Tag auch noch keinen Fehltag habe, weil wir natürlich auch funktionieren wollen, da sein wollen. Für unsere Mannschaft, für unser Trainerteam, für den Staff. Und dann ist es eine Aufgabe, die dich rund um die Uhr dann eben auch beschäftigt», erklärte der seit Sommer 2024 amtierende SC-Coach.
Mehrere Wochen ohne freien Tag: «Unser täglich Brot»
Es gebe Phasen im Fußballkalender ohne freien Tag über Wochen hinweg – und entsprechend kaum Momente, um abzuschalten: «Das ist unser täglich Brot, und deshalb geben wir uns auch selten dann auch die Zeit, wenn wir dann auch noch etwas haben, das dann auch entsprechend auszukurieren, weil du auch selber diesen Anspruch hast, da sein zu wollen, auch zu helfen.»
Wie bei Kompany, der ebenfalls Vater ist, gehe es «eben auch zu Hause weiter», sagte Schuster. «Und wenn du das Privileg hast, alle drei, vier Tage spielen zu dürfen, dann bewegst du dich immer wieder in einem Fenster, wo du auf der einen Seite nach einem Spiel in einem emotionalen Zustand dich befindest». Dies müsse verarbeitet werden, gleichzeitig warte schon die nächste Aufgabe, wo «du schon wieder gefangen bist».
Bei den Freiburgern, die wie die Münchner auch im Europapokal vertreten sind, jagt gerade eine englische Woche die nächste. Zwischen dem 11. Oktober und dem 8. November kommt der Sport-Club auf neun Pflichtspiel-Termine. Am Mittwoch geht es bereits im DFB-Pokal gegen Zweitligist VfL Wolfsburg weiter, samstags folgt das Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg.
